Generation Y und die Angst vor der Zukunft

was nach dem Studium

Wer bin ich und was macht mich aus? Was sind meine Stärken und Schwächen und wo will ich hin? Diesen Fragen stellt man sich als „Millennial“ nicht nur in einem Jobinterview. Sie begleiten uns und haben sicher einige, nicht nur meiner, Abende in Anspruch genommen. Natürlich steht die Zukunft in den Sternen und doch wird einem von klein auf beigebracht: Jeder sei der Schmied seines Glücks. Was wir als Kind noch nicht begreifen, die Arbeit eines solchen Schmieds ist hart und voller Herausforderungen. Die Generation vor einem hätte es jedoch viel schwieriger gehabt. Und zwar jede Generation. Immer. Wir sollten schätzen was wir haben und uns weniger beschweren. Nun genau da liegt das Problem. Wie soll man schätzen was man hat und sich damit zufrieden geben, wenn man von der Gesellschaft verklickert bekommt, man sei stets nicht gut genug? In der Schule wird dir heutzutage bereits in der 4.(!) Klasse beigebracht, in welche Schule du hingehörst und für welche du nicht gut genug bist. Solltest du das Glück haben, dich für das Gymnasium qualifiziert zu haben, darfst du die nächsten 8 Jahre dir anhören, wie schwer das Abitur sei. Gedanken, wie „bin ich es wert?“ und „schaffe ich das?“ werden erfolgreich in unsere Köpfe gepflanzt. Hängst du hinterher, dann bist du wohl „nicht klug genug“, „nicht fleißig genug“. „Dann wird aus dir nichts. Wechsel am besten die Schule, denn mit einem 3er Abi, wirst du nichts erreichen.“ Das dürfte vielen Schülern bekannt vorkommen.

Nun bin ich 24 Jahre alt, stehe kurz vor meinem Bachelor in Kunstgeschichte und stelle mir erneut die Frage: „Bin ich gut genug?“ Im Laufen meines Studiums hieß es, man solle sich früh Gedanken machen über die Zukunft, als Geisteswissenschaftler hätte man es schließlich nicht leicht. Witzig, wie das die Dozenten ebenfalls z.B. bei den BWLern oder Juristen predigen. Ist jemals etwas im Leben leicht? Nein, natürlich nicht. Aber, wie wäre es mal mit einer motivierenden Rede von Seiten der Lerninstitutionen? Ich bin es Leid, mir anhören zu müssen, man sei nicht gut genug dafür oder hierfür. Für die einfachsten Jobs braucht man nun einen Bachelor, für viele braucht man ohne Doktortitel sich gar nicht erst bewerben. Das kleine Stück Papier scheint alles zu sein, was uns heute noch ausmacht. Ganz nach dem Motto, du bist nicht du, wenn du keinen 1er Uniabschluss hast. Und wer bin ich dann?

Nun ich bin eine junge Frau in ihren 20ern, mit durchschnittlichen Noten in ihrem Studiengang und einer Menge Gedanken und Fragen über das Leben. Ich bin außerdem leicht übergewichtig, heute auch „plus size“ genannt, weil man keine Schublade auslassen darf. Wäre eine Verschwendung. Hinzu kommt eine Abenteuer- und Reiselust, die Liebe zu den schönen Dingen des Leben und gleichzeitig Depressionen und die Angst vor der Zukunft. Ist euch eigentlich schon man aufgefallen, wie viele junge Menschen depressiv sind? Ich rede hier von „Pillen-sind-notwenig-depressiv“. Das schnellen Leben, die hohen Erwartungen und der Erfolgsdruck, es kann sich positiv auswirken auf die Gesellschaft, die Menschen arbeiten besser, schneller, effektiver. Wie kleine Ameisen. Depression ist die Nebenwirkung. Sind wir nur unwichtige, depressive Ameisen in diesem System?Ich weiß es nicht. Nun die Gesellschaft und das System können wir nicht ändern. Was sich ändern lässt, ist die eigene Einstellung. Wer nicht unglücklich durch sein Leben streiten will, muss sich die Angst nehmen. Sei es durch harte Arbeit an den eigenen Zielen oder den Glauben an eine höhere Macht. Und, wenn es doch mal zu einem kleinen Nervenzusammenbruch kommt, Social Media ausschalten (wer will schon die ganze Zeit sehen, wie erfolgreich der Rest der Welt angeblich ist?!), ein Glas Wein einschenken und die Lieblingsserie anschalten. Ablenkung ist manchmal die beste Strategie!

Euere Maria

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